Persönliche Erklärung zur Abstimmung über den Bebauungsplan „Urbane Mitte Süd“

16.02.2026 – Sevim Aydin hat im Ausschuss Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gegen den Bebauungsplan „Urbane Mitte Süd“ gestimmt. Ihre Gründe hierfür hat sie gemäß § 72 der Geschäftsordnung in der folgenden persönlichen Erklärung angegeben:


Die Planverantwortung hätte beim Bezirk bleiben müssen

Ich bin der Überzeugung, dass Stadtentwicklung nur dann nachhaltig und gerecht gelingt, wenn sie gemeinwohlorientiert und subsidiär organisiert ist. Dazu gehört für mich auch, dass die bezirkliche Planungshoheit respektiert wird.

Die Bezirke kennen die Gegebenheiten vor Ort, die Bedarfe der Menschen und die Auswirkungen städtebaulicher Entscheidungen auf das unmittelbare Umfeld am besten. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat signalisiert, den bestehenden Bebauungsplan selbst zu überarbeiten – insbesondere mit Blick auf eine verträglichere Baumasse und einen besseren Schutz des Parks. Dass der Senat das Verfahren an sich gezogen hat, war aus meiner Sicht ein Fehler. Die inhaltliche Verantwortung hätte aus meiner Sicht beim Bezirk bleiben müssen.

Die geplante Baumasse gefährdet die Qualität des Gleisdreieckparks

Der Gleisdreieckpark ist einer der bedeutendsten öffentlichen Grünräume in Berlin – ökologisch, klimatisch und sozial. Er ist ein zentraler Erholungsraum für zehntausende Menschen im Bezirk und weit darüber hinaus. Er ist als Ausgleichsfläche für die Bebauung am Potsdamer Platz entstanden. Auch wenn die Bebauuung nicht auf dem Parkgelände stattfindet, sondern auf dem Gelände des Gleisfelds des ehemaligen Postbahnhofs, halte ich die Bebauung direkt zum Park hin in der vorgesehenen Masse zu stark.

Die im Bebauungsplan vorgesehenen Gebäudehöhen und die insgesamt sehr hohe Baumasse werden das Mikroklima, die Durchlüftung, die Lichtverhältnisse und die Offenheit des Parks beeinträchtigen. Eine deutliche Reduzierung der Baumasse wäre notwendig gewesen, um die Qualität des Parks langfristig zu sichern.

Als Sprecherin für Wohnen begrüße ich zwar den geplanten Bau von 2000 Wohnungen an anderer Stelle in der Stadt durch den Investor, gleichzeitig halte ich die vornehmliche Schaffung von Gewerbeflächen im Rahmen der „Urbanen Mitte Süd“ für falsch.


Sevim Aydin erwartet dementsprechend vom Senat,

  • dass die Auswirkungen auf den Park tatsächlich minimiert werden,
  • dass Durchwegungen, Grünflächenanteile und öffentliche Nutzungen in voller Qualität realisiert werden,
  • dass er auf den Investor einwirkt, dass er sämtliche Klagen gegen die Bürgerinitiative vor Ort und seine Akteure zurückzieht.

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